Das Aquarium

Du hast dich also dafür entschieden, in die Welt der Aquaristik ein zu tauchen, stellt sich nun also die Frage - welches Becken soll es denn werden?

Ein kleines für den Anfang? - passt doch gut auf die so leere Kommode im Vorraum.

Doch ein größeres? - die sollen doch so stabil laufen.

Neu oder Gebraucht? - der Nachbar würde mir sein Altes schenken.

Mit oder ohne Technik?

Innen- oder Außenfilter?

Eckig? Rund? Halbrund? Dreieckig? Der Phantasie scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein, aber...

 

Okay, fangen wir mal an mit der ersten Frage - hast Du denn schon einen Fisch ins Auge gefasst, der unbedingt mit rein soll? (hier gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt zu beachten - Deine Wasserwerte - aber dazu später mehr)

 

Du fragst dich jetzt vermutlich, was das soll, kleine Fische, zum Beispiel Neon oder Guppy's (abgesehen von Endlern die, vorausgesetzt der passenden Wasserwerte(!), tatsächlich als 10er 'Männer WG' in so ein Becken ziehen könnten),  kann man doch schon in kleinen 54l/60l Becken halten, schließlich sind die Tiere doch nur ein paar cm groß, aber Irrtum, die kleinen Dinger sind ziemlich Flott unterwegs und erfreuen sich ab einer Kantenlänge von mindestens(!) 100cm.

Solltest Du also in diese Richtung tendieren, fällt alles das weniger als 100cm Kantenlänge hat, schon mal raus.

 

Der Mythos, je größer das Becken, desto stabiler läuft es, ist schon nicht so verkehrt, das heist aber nicht, dass ein Anfänger kein kleines Becken pflegen kann.

Wichtig ist es einfach, nicht zu überbesetzen, zu überfüttern, es quasi zu Gut zu meinen.

So kann z.B. auch ein 8l Becken, ohne Technik so stabil laufen, wie ein 800l Becken mit Filter. (Eigenerfahrung)

 

 

Ob Du das gebrauchte Becken deines Nachbarn nehmen, oder doch lieber dankend ablehnen und auf ein Neues greifen solltest...

Neu hat immer den Vorteil, dass man meist eine Garantie dazu bekommt, zwar schützt diese auch nicht davor, dass ggf. eine große Menge Wasser am Boden landet, wenn das Glas dem, aus welchen Grund auch immer, nicht stand hält, aber zumindest, bekommt man das kaputte Becken ersetzt.

Bei gebrauchten Becken, solltest Du dir - sofern es denn schon länger trocken steht, unbedingt die Silikonnähte genau ansehen, bei immer noch gefüllten Becken, kannst Du wohl davon ausgehen, dass Es wirklich dicht ist.

Ebenso auf Sprünge oder Risse achten.

Tatsache ist, man kann mit Gebrauchten Becken definitiv das ein oder andere Schnäppchen machen.

 

Wo wir auch schon zum Thema Technik übergehen.

Es gibt einige Hersteller, die Becken mit fix verbauter Technik verkaufen, solltest Du dir eines dieser Becken holen, bist Du fürs erste sicherlich gut damit beraten, da Du nur noch die Inneneinrichtung benötigst und im Grunde, gleich loslegen kannst.

Aber(!) Achtung, falls Du doch lieber einen Außenfilter anschließen willst, gerade bei neuen Becken, bedeutet ein herauslösen des Filterkastens, das erlischen der Garantie.

 

Natürlich kannst Du nun auch her gehen, dir ein reines Glasbecken und die komplette Technik, nach deinen eigenen Vorstellungen zusammen stellen (manchmal sogar die bessere Variante). 

 

Zur Filter Frage, kann ich dir nur sagen, das ist auch bis zu einem gewissen Maß Geschmackssache.

Durch externe Filterbecken z.B. oder auch durch Außenfilter (zumindest um ein paar Liter) vergrößerst Du das gesamte Volumen (gerade bei Filterbecken enorm), wo natürlich auch wieder der Punkt, mit dem Stabiler laufen bzw. Fehler eher verzeihen hinzu kommt.

Zu Filterbecken selbst/deren Aufbau, kann ich Aktuell noch keine eigenen Erfahrungen mit ein bringen, Außenfilter, Innenfilter, Hangon/Rucksackfilter, Luftheber und Filterlos, werden aktuell bei mir betrieben.

Vorteil bei Außen- und Hangon/Rucksackfilter sind definitiv, mehr Platz und weniger Technik im Becken.

Nachteil, gerade Außenfilter, wenn sie Undicht sind und man nicht zuhause ist, können schlimmstenfalls das Becken leer saugen.
Hangon/Rucksackfilter können ein plätscherndes Geräusch von sich geben. (Funfact - der einzige Grund, warum Er noch an meinem Becken hängt).

Vorteil bei Innenfilter - kein aussaugen des Beckens möglich (übrigens, natürlich auch bei Hangon/Rucksackfiltern).

Nachteil, ggf. kann sich ein Tier dahinter/darin einklemmen oä., nimmt Platz weg.

 

Zum Thema Eckig, Rund oder Halbrund.

Bei komplett Runden/Zylinderförmigen Becken, sollte es schon einen relativ großen Durchmesser (100cm aufwärts) haben und zusätzlich wirklich extrem gut, durch Wurzeln, Steine und/oder Pflanzen Strukturiert sein, das Problem andernfalls wäre, dass die Fische sich darin nicht Orientieren* können.

Halbrund - siehe oben, wobei ich von diesen 60l Becken, für Tiere oder besser gesagt Fische definitiv abraten würde, da kaum Kantenlänge vorhanden ist, anders zb. bei Trigon.

 

*Wissenswertes: Fische besitzen ein sogenanntes Seitenlinienorgan, mit diesem sie bereits in der Ferne (Ferntastsinn), durch unterschiedliche Druckwellen, Hindernisse, wie beispielsweise die Glasscheibe unserer Aquarien, oder andere Fische, Einrichtungen etc. erkennen können.

In Runden/Zylinderförmigen Becken, würden diese Wellen, bei schlecht strukturierter Inneneinrichtung, nicht brechen.

 

Kurz Zusammen gefasst:

Am besten, Du findest zuerst heraus, welche Wasserwerte bei dir aus der Leitung kommen. 

Relevant für deinen künftigen Besatz sind der pH-Wert (sauer bis basisch), die GH (Gesamthärte - Mineraliengehalt im Wasser) und die KH (Karbonathärte - sorgt für einen stabilen pH-Wert).

Nach diesen drei Werten, kannst Du bereits künftige Fische ins Auge fassen und die Beckengröße festlegen... (größer/mehr Kantenlänge bedeutet natürlich später auch mehr Auswahl).

 

Warum ich hier übrigens immer die Kantenlänge so betone, es gibt beispielsweise 'Würfel', die zwar 120l fassen, aber nur eine Kantenlänge von rund 60cm haben - ebenso wie 60l Becken in Halbrund, mit einer Kantenlänge von 30cm, aber eine höhe von 60cm - oder hast Du schon mal einen Fisch gesehen, der hoch und runter schwimmt? (falls doch, war er entweder krank, oder ist hoch gesaust zum Luft schnappen - was z.B. meine Corydoras/Panzerwelse auch ab und an gerne tun).